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Die Suchtforschung


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Thema: Frauen-/Männergesundheit

MOTHER
Ein Therapieprojekt für schwangere, opioidabhängige Frauen

Schwangere, opioidabhängige Frauen bedürfen einer besonderen Behandlung. Substanzabhängigkeit während der Schwangerschaft resultiert häufig in Entzugsyndromen der Neugeborenen. Untersuchungen der letzten Jahre zeigten, dass Erhaltungstherapien mit Opioiden während der Schwangerschaft Gefahren sowohl für Mütter als auch für Kinder reduzieren konnten.

Das Team der Suchtforschung und -therapie hat eine langjährige Erfahrung in der Behandlung substanzabhängiger schwangerer Frauen.

Im Rahmen einer internationalen Studie wurde das Behandlungsprogramm für schwangere Frauen untersucht. Dabei handelte es sich erstmals um eine prospektive pharmakologische Vergleichsstudie (double-blind, double-dummy), wo zwei Medikamente – Methadon/Buprenorphin - auf pharmakokinetische und dynamische Aspekte im Schwangerenverlauf untersucht wurden. Schließlich erfolgte die Evaluierung der unterschiedlichen Auswirkungen auf das Neugeborene. Dabei hat sich gezeigt, dass die Behandlung mit Buprenorphin eine geeignete Alternative zu Methadon ist. So führte Buprenorphin zu einem kürzeren Aufenthalt in Krankenhaus, einer kürzeren Dauer der Therapie des Entzugsyndroms sowie zu einer geringeren Dosis von Morphin, das für die Behandlung des Entzugsyndroms bei Neugeborenen verwendet wird.

Die detaillierten Ergebnisse können hier nachgelesen werden.

Sucht: Unterschiede zwischen Frauen und Männern

Jede Sucht ist eine medizinische Erkrankung. Die Suchterkrankung ist häufiger bei Männern anzutreffen, bei Frauen stellt sie nach Depressionen die häufigste psychiatrische Krankheit dar.

Persönlichkeitsmerkmale bei suchtkranken Männern

Es überwiegen Verhaltensweisen, die nach außen gerichtet sind. Männer neigen zu explosivem Verhalten, verbaler Verrohung, Verlust des Einfühlungsvermögens (Empathie) und zunehmender Gleichgültigkeit. Es kommt zu Vernachlässigung von Verpflichtungen wie Zahlungen oder notwendigen Erledigungen. Der Gruppendruck spielt bei suchtkranken Männern eine große Rolle. Männer gehen ihrer Sucht sehr häufig in Gesellschaft nach. Ein Alkoholiker zum Beispiel wird kaum alleine trinken, eine Alkoholikerin sehr wohl.

Persönlichkeitsmerkmale bei suchtkranken Frauen

Aggressionen richten Frauen gegen sich selbst. Häufig ist das Selbstwertgefühl unterentwickelt. Häufig herrschen Störungen vom Borderline-Typ vor. Suchtgefährdete Frauen neigen häufig dazu, Partnerschaften mit substanzabhängigen Männern einzugehen. Bei Alkoholikerinnen handelt es sich oft auch um Frauen, die von ihrer unmittelbaren Umgebung schlecht behandelt werden.
Schwangerschaft und Substanzabhängigkeit

"Warum Frauen gesünder leben & Männer früher sterben", Dr. Gabriele Fischer, Verlagshaus der Ärzte; ISBN 3-901488-44-8

Warum Frauen gesünder leben & Männer früher sterben, Gabriele Fischer, Beltz Taschenbuch; ISBN 3-407-22170-3

Nikotinabhängigkeit bei Frauen Geschlechtsunterschiede Substanzkonsum und -abhängigkeit