language home AKH meduniwien
Die Suchtforschung


Themen


Suche

<< zurück

Thema: Psychiatrische Komorbidität

Persönlichkeitsstörungen

Unter Persönlichkeitsstörungen werden Störungsbilder zusammengefasst, die sich auf den Menschen als Ganzes beziehen und durch eine globale Beeinträchtigung des Erlebens und Verhaltens charakterisiert sind. Von Persönlichkeitsstörung Betroffene zeigen dabei unflexible und wenig angepasste Muster des Verhaltens, Denkens, Fühlens und Wahrnehmens.

In Verbindung mit der Drogenabhängigkeit liegen häufig Anzeichen von Persönlichkeitsstörungen vor - hauptsächlich narzisstische, antisoziale und Borderline Persönlichkeitsstörungen.

Persönlichkeitsstörungen lassen sich bereits in der Kindheit und Jugend beobachten, manifestieren sich allerdings erst im Erwachsenenalter. Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung vor dem 16. oder 17. Lebensjahr ist unangemessen.

Laut epidemiologischen Studien leiden 5-10% der Gesamtbevölkerung unter diagnostizierbaren Persönlichkeitsstörungen.

Wenn substanzabhängige PatientInnen unter einer Persönlichkeitsstörung leiden, müssen entsprechende Konsequenzen für das therapeutische Vorgehen gezogen werden. Das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung hat generell darauf Einfluss, sich an Regeln und Vorgaben zu halten.

Die Diagnose sollte erst gestellt werden, wenn die zwischenmenschlichen Beziehungsstörungen der Betroffenen zur Folge haben, dass die berufliche und private Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtig wird und diese Beeinträchtigungen möglicherweise zu subjektiven Beschwerden führen.

In der individuell ausgerichteten Therapie ist es entscheidend, die mit der Persönlichkeitsstörung im Zusammenhang stehenden komplexen Störungen des Beziehungsverhaltens zu behandeln. So ist es wichtig, Betroffene in herausfordernden Lebenssituationen zu beraten sowie neue Verhaltensweisen und Interaktionsstile zu fördern.

<< zurück