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Thema: Somatische Komorbidität

ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung wird seit 1976 in der Literatur behandelt. Früher wurde angenommen, dass ADHS nur im Kindesalter bzw. im frühen Erwachsenenalter vorkommt. Wissenschaftliche Studien haben allerdings gezeigt, dass ADHS eine hohe Stabilität zeigt und bei zwei Drittel der Betroffenen eine ADHS in der Jugend sowie im Erwachsenenalter anhält. Die geschätzte Prävalenz reicht von 3-7% bei Kindern sowie von 2-5% im Erwachsenenalter.

ADHS wird anhand folgender Faktoren beschrieben:
• Aufmerksamkeitsstörungen (Schwierigkeiten beim Ausführen von Aufgaben, hohe Ablenkbarkeit, häufiger Abbruch)
• Impulsivität
• Hyperaktivität (hohe motorische Aktivität und Ruhelosigkeit)

Dabei müssen für eine Diagnose die Symptome mind. 6 Monate lang in einem unangemessenen Ausmaß vorliegen, vor einem Alter von 7 Jahren vorkommen und zu einer Beeinträchtigung verschiedener Funktionsbereiche (schulisch, sozial, beruflich) führen.
Im Erwachsenenalter wird ADHS oft nicht erkannt bzw. falsch behandelt. Dabei zeigen sich ein höherer Anteil an Arbeitslosigkeit, geringerer Produktivität, geringe Frustrationstoleranz sowie ein erhöhtes Risiko für Unfälle.

Darüber hinaus ist ein Großteil von anderen psychischen Störungen betroffen. Am häufigsten sind bei Menschen mit ADHS Substanzabhängigkeit, affektive Störungen, Angststörungen sowie Persönlichkeitsstörungen. Außerdem wird von einem Zusammenhang zwischen ADHS und kriminellem Verhalten ausgegangen, da diverse Studien ein erhöhtes Risiko dafür gezeigt haben. Eine adäquate medizinische Behandlung kann dabei zu einer Reduktion der Kriminalität führen.

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