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Thema: Somatische Komorbidität

Hepatitis C

Hepatitis C ist eine Leberentzündung, die durch ein Virus hervorgerufen wird. Sobald das Virus in den Körper eingedrungen ist, vermehrt es sich in Leberzellen und bringt diese zum Platzen. Nur in wenigen Fälle gelingt es dem Körper den Erreger aus eigener Kraft gänzlich zu eliminieren. Bis zu 80% der Verläufe dieser Erkrankung sind chronisch – einhergehend mit Leberschädigungen, wie Leberzirrhose oder Leberzellkarzinom.

Am häufigsten wird Hepatitis C durch Kontakt mit Blut übertragen (Spritzen und Nadeltausch). Bereits das Benutzen einer gemeinsamen Zahnbürste oder eines Rasierapparates kann für die Infektion ausreichen. Eine Diagnose kann nur durch eine Blutuntersuchung erfolgen.

Beim ungeschützten Geschlechtsverkehr kann nur unter speziellen Voraussetzungen und relativ selten eine Übertragung des Virus stattfinden. Die Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Geburt wurde in einigen Fällen nachgewiesen, diesbezüglich sollte Ihr Frauenarzt Auskunft geben. Bzgl. des Stillens ist ebenso die Beratung eines Kinderarztes zu empfehlen. Nicht ansteckend sind normale soziale Kontakte wie Händeschütteln, Umarmen, Küssen.

Die längerfristige Verabreichung einer Kombinationstherapie von Interferon alpha und Ribavirin war bis 2014 die einzig wirksame zugelassene Therapie gegen Hepatitis C. Interferon alpha ist ein körpereigener Wirkstoff, der einerseits den Zellen hilft sich gegen das Virus zu schützen, andererseits die Abwehr verstärkt.

Abhängig vom Genotyp wurden bei dieser Therapieform 50 bis 80% der Patienten nach Behandlung dauerhaft Hepatitis C-Virus frei.

Bei vielen PatientInnen zeigten sich bei dieser Therapie diverse Nebenwirkungen, wie Beschwerden, die einem grippalen Infekt ähneln, Blutbildveränderungen und psychische Symptome - von Stimmungsschwankungen bis zu behandlungsbedürftigen Depressionen.

Um eine verträglichere und kürzere Behandlung zu ermöglichen und Heilungschancen zu erhöhen, wurden Therapiemöglichkeiten mit neuen Wirkprinzipien entwickelt. Antivirale Substanzen (direct-acting antiviral agents, DAA), die oral eingenommen werden, dämmen die Vermehrung des Hepatitis-C-Virus ein. Dabei werden drei Substanzklassen unterschieden: Proteasehemmer, Polymerasehemmer und NS5A-Hemmer.

In Österreich sind momentan sieben neue DAA-Substanzen zugelassen: die Proteasehemmer Simeprevir und Paritaprevir, die Polymerasehemmer Sofosbuvir und Dasabuvir und die NS5A-Hemmer Daclatasvir, Ledipasvir und Ombitasvir. Diese Therapie ist weitgehend nebenwirkungsfrei und wird auch von PatientInnen in einer Opioiderhaltungstherapie gut vertragen.

Durch die Kombination von zwei bzw. drei DAAs unterschiedlicher Substanzklassen ist auch ohne Interferon eine erfolgreiche Therapie von chronischer Hepatitis C möglich. Welche Therapieform gewählt wird, hängt dabei vom jeweiligen Genotyp und dem Stadium der Lebererkrankung ab. Die Dauer konnte Dank der neuen Therapiemöglichkeiten auf 12 Wochen verkürzt werden, die Heilungsrate beträgt dabei bis über 90% (Boucher et al., 2016; Cornberg et al., 2014).

Eine Nicht-Behandlung kann zu schwerer Leberschädigung führen, daher beraten Sie sich unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt.

Das Ansprechen auf die Therapie wird von Faktoren, wie Alter, Geschlecht, Viruslast, Leberschädigung etc. beeinflusst. Nach Therapieende sollten die virologischen Parameter in regelmäßigen Abständen weiterhin kontrolliert werden.

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