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Die Suchtforschung


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Thema: Substanzungebundene Sucht

Sexsucht

Etwa drei Viertel der von Sexsucht Betroffenen sind Männer. Es gibt eine Vielzahl an Begriffen, die das Phänomen des (pathologisch) gesteigerten sexuellen Verlangens beschreiben, wobei sich in den letzten Jahren der Begriff der Hypersexualität etabliert hat. Diese kann sich durch verschiedene Verhaltensweisen, wie zum Beispiel durch erhöhte Masturbationsfrequenz und intensivem Pornografiekonsum äußern.

Als Ursachen kommen eine Reihe von Faktoren in Betracht, die größte Rolle spielt dabei die Beziehungsunfähigkeit. Zudem haben relativ viele Betroffene in der Kindheit Missbrauchserfahrungen gemacht. Das sexuelle Erleben könnte als Versuch gesehen werden, die aus diesen Erfahrungen resultierenden Persönlichkeitsprobleme zumindest für kurze Zeit zu überwinden.

Man geht davon aus, dass in der Gesamtbevölkerung 3 bis 6% von Sexsucht betroffen sind, wobei es hier vor allem im Europäischen Raum an repräsentativen Studien fehlt. Von Sexsucht Betroffene leiden häufig unter weiteren Formen von Sucht, vor allem Alkohol- und Medikamentensucht. Die Erkrankung beginnt schleichend.

Hypersexuelles Verhalten zeichnet sich durch eine erhöhte (sexuelle) Risikobereitschaft aus, was sich auch in anderen gesundheitsrelevanten Lebensbereichen zeigt. Gerade ein risikoreicher und gesundheitsgefährdender Konsum illegaler und legaler Substanzen, sowie das (pathologische) Glücksspiel sind oft beobachtbar, wie eine schwedische Studie aus dem Jahr 2006 gezeigt hat.

Sexsucht wird aktuell nicht als eine eigene psychiatrische Diagnose in der Literatur definiert, sondern wird unter verschiedenen Kategorien (wie „Gesteigertes sexuelles Verlangen“ im ICD-10) erwähnt.

In einer Empfehlung (Kafka, 2010) für eine mögliche Diagnose wird eine Hypersexuelle Störung durch intensive und wiederkehrende sexuelle Fantasievorstellungen, erhöhtem sexuellen Verlangen bzw. sexuellem Verhalten beschrieben, das für die betroffene Person Leid und Einschränkungen im sozialen, beruflichen Leben sowie in anderen wichtigen Bereichen bedeutet.

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